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Winzer aus dem Stammertal

 

Von Reben und Rebleuten im Stammertal

von Andreas Wirth, Rebbaukommissär des Kantons Zürich

Teilnehmende Winzer:


40 Hektaren, 41 Rebleute
Am sonnigen Südhang des Stammerberges liegt der weitaus grösste Teil der Stammer Reben. Zwischen «Türnerweg» im Nordwesten und bis zum «Oelenberg» im Osten sind es 31 Hektaren, die damit wohl den grössten zusammenhängenden Rebberg im Kanton Zürich bilden. Ein weiterer Schwerpunkt mit gut fünf Hektaren Rebfläche liegt am langgezogenen Hügelzug bei Waltalingen, auf dem das Schloss Schwandegg thront. Die übrigen Reben sind verstreut, manchmal fast etwas «versteckt» in den anderen milden Südlagen des Tales, und 50 Aren sind zu finden in der Aussenwacht Zürich-Wilen.

41 Rebleute und Winzer sind tätig in den Stammer Rebbergen, darunter fünf Familienbetriebe, die hauptberuflich vom Weinbau leben. Diese pflegen die eigenen Reben – rund die Hälfte der Stammer Rebfläche – und keltern und verkaufen den eigenen Wein. Die anderen 36 Bewirtschafter sind Landwirte mit Rebbau als Betriebszweig oder dann Rebleute, die ihre Reben «schaffen» im Nebenerwerb. Der grösste Bewirtschafter hat eine Rebfläche von 5.5 Hektaren, der kleinste eine solche von 6 Aren, die «mittlere» Fläche liegt bei 99 Aren … wenige haben viel, viele haben wenig.
Eine bedeutende Rolle im Stammer Rebbau spielt die «Stammheimer Winzergenossenschaft». Ein erheblicher Teil der Trauben (auch als Traubenmost) wird über diesen Kanal gemeinsam vermarktet.

Rebsorten, Rebsorten …
Die Hauptsorte im Stammertal ist der Blauburgunder, mit einer Anbaufläche von 22 Hektaren (55 %), gefolgt vom Riesling-Silvaner mit einer Fläche von 8 Hektaren (19 %). Die «restlichen» 11 Hektaren teilen sich auf weitere 27 Sorten; diese Vielfalt legt Zeugnis ab von der Innovationsfreude der Stammer Rebleute und Winzer!
79 % der Rebberge ist mit Rotem, 29 % mit Weissem Gewächs bestockt; gut 10 % fallen bereits auf die Kategorie «robuste Rebsorten» («Piwi»).
Die Weine aus dem Stammertal dürfen – als kantonale Eigenheit – unter dem Namen «AOC Zürich Stammheim» vermarktet werden.

Der Rebbau als KMU
In einem «normalen» Weinjahr werden im Stammertal gegen 300’000 kg Trauben gewümmet. Gut die Hälfte davon wird als Trauben verkauft, die andere Hälfte als Wein. Es dürften gegen 35 Arbeitskräfte sein (umgerechnet auf «volle» Stellen), die im Stammer Rebberg ihr Auskommen finden, mit einem geschätzten Erlös (Trauben- und Weingeld) von gegen 3.5 Mio. Franken. Der Weinbau zählt damit im Stammertal zu den «gewichtigeren» KMU’s, mit der entsprechenden Bedeutung für das vor- und nachgelagerte Gewerbe.

«Stammheimer» gibt es rund 220’000 Liter jedes Jahr. Somit «preichte» es auf jede Stammerin, auf jeden Stammer 90 Liter pro Jahr. Das ist fast dreimal so viel, wie Herr und Frau Schweizer trinken. Man sieht – der «Stammheimer» ist ein wichtiges Exportprodukt des Stammertals.

Stammheimer-Winzer Genossenschaft
Frei Weine
Glesti Weinbau
Keller Weinbau
Reutimann Weinbau
Weinbau Strauss